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Unterstützte Beschäftigung – Europa im Vergleich

Die Europäische Beschäftigungspolitik fördert Maßnahmen, die behinderten und benachteiligten Menschen den Eintritt oder Verbleib auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. Trotz der steigenden Anzahl von Programmen zur „unterstützten Beschäftigung“ erreichten diese in den vergangenen Jahren in vielen Ländern nicht ihr volles Potenzial. Benachteiligte und behinderte Menschen sind immer noch stärker von Arbeitslosigkeit bedroht oder haben geringere Einkommen als Folge der reduzierten Erwerbsbeteiligung. Zudem wird unterstützte Beschäftigung immer noch nicht als erste Wahl betrachtet.

In diesem Zusammenhang wurde das Projekt „Supported Employment - Empowerment and

Career Development for People with Disabilities“ des Programms „Lebenslanges Lernen“ im

August 2013 gestartet. Beteiligt sind die Länder Österreich (Koordination), Slowakei, Frankreich, Cypern und Deutschland. Kultur und Arbeit e.V. vertritt Deutschland und bringt insbesondere Arbeitsmarkterfahrungen aus der Kulturwirtschaft und Erfahrungen in der Berufsvorbereitung für junge benachteiligte Menschen ein. Ziel ist, Bewusstsein für das Konzept der „unterstützten Beschäftigung“ in den beteiligten Ländern weiter zu erhöhen und die Vorteile „unterstützter Beschäftigung“  aufzuzeigen.

Unternehmertum trotz Behinderung: europäische Beispiele

Die europäischen Partnerinnen und Partner trafen sich im März 2014 in Nikosia/Zypern, um an einem

Workshop des Partners Cardet über so genanntes

„Soziales Unternehmertum für benachteiligte

Menschen“ teilzunehmen. Referent  Demetris Hadjisofocli erläuterte Erfolgsfaktoren, Erwartungen

und spezielle Charakteristika dieser Erwerbsrichtung sowie die Bedingungen, unter denen Unternehmertum trotz Behinderung erfolgreich sei kann. Uns interessierte aus Sicht der Kultur- und Kreativwirtschaft besonders: Brauchen behinderte Kulturschaffende, die unternehmerisch tätig sein wollen oder es bereits sind, besondere Unterstützung, und wenn ja, welche? Fazit: Wenn auf spezielle Bedarfe von Menschen mit Behinderungen Rücksicht genommen wird, ist es eine Frage der individuellen Qualifikation und der professionellen Herangehensweise, um darin erfolgreich zu sein.

Diese Beispiele fanden wir besonders spannend: Alen Kobilica, slowenischer Unternehmer, leitet sehr erfolgreich mehrere Mode-Firmen und setzt sich für soziales Unternehmertum ein - trotz seiner Erblindung. Als Schwimm-Athlet kämpft er zudem um Siege und Medaillen bei den Paralympics. Zwei Videos, eines zu seinem unternehmerischen Engagement und eines zu seinen sportlichen Ambitionen, haben uns besonders berührt (in englischer Sprache). Er sagt zu seiner Behinderung: 'Blind is not who has lost sight but who does not have any vision at all.''

Die dänische Unternehmerin Camilla Skovgaard ist eine international erfolgreiche

Schuhdesignerin, die sich trotz ihres Migrationshintergrunds und einer Hörbeeinträchtigung auf dem hart umkämpften Markt des Modedesigns in Großbritannien durchgesetzt hat. Ihr Unternehmergeist trotz Behinderung war "Kultur und Arbeit" bereits im Projekt „Fashion Talk“ positiv aufgefallen. Auf die Frage, inwieweit ihre Behinderung sie beeinträchtigt habe, antwortete sie  in einem Interview mit der britischen „Sunday Times“:  „Sie hat mich stärker gemacht, obgleich es meine Autorität schwächen kann, was mich ab und zu verwirrt. Dann muss ich es eben anders durchsetzen – als Kind wurde mir bereits vermittelt, dass ich alles mit 120% machen muss, um  meine Beeinträchtigung auszugleichen.“ (Interview veröffentlicht in der Beilage „Style“ der "Sunday Times" vom 20. Juni 2006)

Gute Beispiele und Länder-Report

Im Rahmen eines Länder-Reports wurden so genannte "gute Beispiele" der unterstützten Beschäftigung aus den Partnerländern Österreich, Deutschland, Zypern, Slowakei und Frankreich zusammengestellt, die ein eindrucksvolles Bild der vielfältigen Möglichkeiten unterstützter Beschäftigung geben. Für die Projektpartner sind die Beispiele aus anderen Ländern Inspiration und Motivation gleichermaßen, weshalb sie auf der Homepage des Projekts veröffentlicht werden: www.supportedemployment.eu

Erstes deutsches Beispiel ist das Projekt „Malerwerkstatt“ in der Trägerschaft des Vereins

"Kultur und Arbeit": Darin werden benachteiligte Jugendliche in Werkstätten auf

Handwerksberufe und den Arbeitsmarkt vorbereitet: www.berufsvorbereitung-foerderschule.de . Eine Broschüre dazu kann kostenlos von der Homepage heruntergeladen oder angefordert werden: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Homepage und Flyer

Unter der Homepage - Adresse www.supportedemployment.eu finden sich - in englischer Sprache - alle Projektergebnisse. Ein Flyer mit einer kurzen Projektbeschreibung in deutscher Sprache kann ebenfalls heruntergeladen oder angesehen werden.

 

 

Lernen voneinander

Im Herbst 2014 werden sich die europäischen Partnerinnen und Partner über beispielhafte Projekte unterstützter Beschäftigung in der Slowakei und in Frankreich informieren. Vorgesehen sind Studienbesuche bei Qualed im slowakischen Žilina und bei INSUP  Formation im französischen Bordeaux.  Beides sind erfahrene Bildungsanbieter, die auf

Weiterbildungsangebote für benachteiligte  

Jugendliche und Erwachsene spezialisiert sind.

3. und 4. September 2014: In Žilina findet in der ersten Septemberwoche das sogenannte

Jasidielna statt, ein Kulturfestival, bei dem behinderte und benachteiligte Menschen als

Akteurinnen und Akteure die Hauptrolle spielen.  Für Kultur und Arbeit e.V. wird dieser

Studienbesuch besonders aufschlussreich, weil hier die Schnittstellen von Kultur- und Kreativwirtschaft zum Arbeitsmarkt deutlich werden: 

2. – 3. Oktober 2014: In Bordeaux wird die französische Partnereinrichtung ein Projekt vorstellen, in dem behinderte und benachteiligte Menschen auf den „Arbeitsmarkt Gastronomie“ vorbereitet und auch darin eingesetzt werden. In einem integrierten Betrieb in Bordeaux, der im Bereich Weinbau, Pflanzenzucht und Gastronomie arbeitet, werden Konzept und Erfahrungen vorgestellt und ausgetauscht. Vergleichbare Ansätze, insbesondere aus Deutschland, werden eingebracht.

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Impressum

 

Kultur und Arbeit e.V. 

Goethestr. 10

97980 Bad Mergentheim

 

Fon: +49 7931 5636374

Fax: +49 7931 992731

Kontakt: Dr. Karin Drda-Kühn

Homepage: http://www.kultur-und-arbeit.de

Projekt Homepage:  http://supportedemployment.eu/

Registergericht: Amtsgericht Mainz

Registernummer: VR 40180

 

 

 

 

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführt.

LEONARDO DA VINCI Partnerschaft 2013

Vertragsnummer 2013-1-SI1-LEO04-05497 6

Projektdauer 2013 - 2015

 

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